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Kinderhaut Lexikon

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Atopie
Atopie ist die vererbte Bereitschaft zur Entwicklung allergischer Erkrankungen in Kombination mit Veränderungen verschiedener Hautfunktionen. Die Häufigkeit solcher Erkrankungen in der Bevölkerung nimmt stetig zu.
Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
Das atopische Ekzem ist eine chronische oder chronisch wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Form von Schüben (akute oder chronische) auftritt und durch trockene Haut, heftigen Juckreiz, Rötung, Schuppung, Nässen und Schorfbildung auf der Haut charakterisiert ist. Man unterscheidet zwischen akut problematischen und "normalen", symptomfreien Phasen bei der Beschreibung der Hautbefindlichkeit. Je nach Lebensalter variieren die Formen. Das atopische Ekzem setzt normalerweise im Kleinkindalter ein, selten nach der Pubertät und zeigt allgemein einen Rückgang in der Intensität nach dem 30. Lebensjahr. Über die Hälfte der Patienten leidet lebenslänglich an empfindlicher, trockener Haut. Andere Bezeichnungen sind: atopische Dermatitis, Neurodermitis.

Balneotherapie
Behandlung durch die Anwendung von Bädern. Wirkstoffe können schnell mit einer großen Körperfläche in Kontakt gebracht werden
(Voll-/ Teilbäder).Barrierefunktion der Haut
Das Hydrolipidsystem steuert die Durchlässigkeit der Haut. Diese natürliche Schutzschicht der Hautoberfläche besteht aus Wasser, Lipiden und Feuchtigkeitsfaktoren. Es schützt die Haut vor dem Austrocknen, externen Einflüssen und mechanischen Einwirkungen.
Ekzem
Intoleranzreaktion der Haut, die sich in Form von Rötung, Schuppung, Juckreiz und nässenden Reaktionen äußert. Es kommt zur Entzündung.
Emulgatoren
Substanzen, die die Bildung von Emulsionen ermöglichen und ihre Stabilität fördern. Fett und Wasser können z.B. auf diese Weise miteinander gemischt werden.
Emulsion
Eine extrem feine Verteilung zweier Flüssigkeiten, die nicht gegenseitig löslich sind, z.B. Öl und Wasser (Creme). Emulgatoren ermöglichen die Mischbarkeit.
Epidermis
Die griechische Bezeichnung für die äußerste Hautschicht.
Hydrolipidsystem
Die natürliche Schutzschicht der Haut, die aus Wasser, Sebum und Feuchthaltefaktoren besteht. Das Hydrolipidsystem ist für die Barrierefunktion der Haut zuständig.
Keratinozyten
Die Zellen, aus denen 90 % der Epidermis besteht. Entsprechend ihrer Lage und Differenzierung in der Epidermis werden Basal-, Stachel-, Körner- und Hornzellen unterschieden.
Kortikosteroide
Kortikosteroide sind Hormone, die in der Nebenniere gebildet werden. Arzneimittel, die Kortikosteroide enthalten, wirken antiallergisch, antientzündlich und hemmen die Zellvermehrung (Proliferation).
Lipide
Sammelbezeichnung für alle Fette und fettähnlichen Stoffe. Die Talgdrüsen produzieren Lipide, die auf der Hautoberfläche einen Schutzfilm bilden, der die Haut glatt und geschmeidig hält und vor äußeren Einflüssen schützt.
Lipide in der Hornschicht
Die Lipide in der Hornschicht, die zwischen den Hornzellen lagern, wie Mörtel zwischen Backsteinen, sind von zentraler Bedeutung für die Speicherung von Feuchtigkeit, also auch für die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden. Sie bilden doppelte Lipidmembranen, zwischen denen das Wasser gespeichert wird. Neben Cholesterin und langkettigen Fettsäuren bilden die Ceramide die größte Klasse unter den Lipiden der Hornschicht der Epidermis (ca. 35%).
Milchschorf
Spezielle Ausprägung einer Neurodermitis oder eines sogenannten seborrhoischen Ekzems bei Kleinkindern. Neben starkem Juckreiz und entzündlicher Rötung der befallenen Hautbezirke ist die hauptsächlich an Wangen und Kopfhaut auftretende Veränderung vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sich ausgedehnte, feuchte Schuppen und Krusten bilden.
Neurodermitis
Andere Bezeichnung für Atopisches Ekzem.

Säureschutzschicht
Schutzhülle der Haut, die sich aus körpereigenen sauren Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen bildet. Der Säureschutzmantel hat die Aufgabe, Umwelteinflüsse abzuwehren und die Haut dadurch vor Infektionen, Reizungen, Allergien und Austrocknung zu schützen.
Syndet
Abkürzung für „Synthetische Detergenzien“. Syndets sind milde Reinigungsmittel und für die Pflege trockener, empfindlicher Haut oft besser geeignet als „klassische Seifen“.
Talgdrüsen
Drüsen in der Haut, die Talg (Hautfett) produzieren und diesen über die Poren an die Hautoberfläche leiten.
Transepidermaler Wasserverlust (TEWL)
Der transepidermale Wasserverlust wird durch die von der Hautoberfläche freigesetzte Menge von Wasser in Gramm pro Quadratmeter pro Stunde (g/h x m2) definiert. Es steht ein spezielles Messverfahren zur Verfügung. Der TEWL ist abhängig vom Hydrolipidsystem. Dieser Wasserverlust ist bei einer Schädigung der Hautbarriere und insbesondere bei Neurodermitis erhöht.




